Menu
Aus den Veranstaltungen
Bild verkleinern

Aus den Veranstaltungen

Workshop: 35 Jahre Krüppeltribunal – 10 Jahre Behindertenrechtskonvention

Initiativen für ein „Gedächtnis der Behindertenbewegung“

Aus Anlass des zehnjährigen Jubiläums der UN-Behindertenrechtskonvention fand am 9. Dezember 2016 eine Tagung zum Thema „Gedächtnis der Behindertenbewegung“ an der Evangelischen Hochschule Rheinland-Westfalen-Lippe statt. Eingeladen hatten die Beauftragten des Bundes und des Landes NRW für Menschen mit Behinderungen, Verena Bentele und Elisabeth Veldhues, sowie die deutsche Expertin im UN-Fachausschuss für die Rechte von Menschen mit Behinderungen, Prof. Dr. Theresia Degener. Viele der etwa hundert Gäste stammten aus der politischen Behindertenbewegung, die sich in den 1970er Jahren formiert und 1981 mit der Störung der Auftaktveranstaltung zum „UNO-Jahr der Behinderten“ in Dortmund und dem anschließenden „Krüppeltribunal“ Menschenrechtsverletzungen gegen behinderte Menschen angeprangert hatte.

In ihrer Rede hob Verena Bentele hervor: „Ich bin den vielen Menschen dankbar, die mit ihrem Engagement, einem langen Atem und einer ungeheuren Frustrationstoleranz das Fundament einer inklusiven Gesellschaft gelegt haben. Das Krüppeltribunal bildete die Grundlage für die heutige aktive politische Beteiligung von Menschen mit Behinderungen.“ Theresia Degener, die am Krüppeltribunal und an der Vorbereitung der UN-Behindertenrechtskonvention maßgeblich beteiligt war, sagte: „Wie ein roter Faden ziehen sich in der Behindertenbewegung von 1981 bis 2006 dieselben Forderungen durch. Uns ging und geht es immer noch um ein selbstbestimmtes Leben für Menschen mit Behinderungen, um Schutz vor jeglicher Diskriminierung und Gleichstellung in allen Lebensbereichen.“

Wie die Geschichte der Behindertenbewegung gesichert werden kann, wurde in einer „Initiativen-Börse“ vorgestellt. Dabei präsentierten Forscher_innen aus Innsbruck und Kassel Projekte zu Zeitzeugen-Interviews. In Dortmund besteht ein Archiv der Selbstbestimmt-Leben-Bewegung, und im Internet findet sich unter der Adresse www.archiv-behindertenbewegung.de eine Dokumentation der wichtigsten Zeitschriften der Bewegung. Geplant ist, diese Projekte fortzuführen, zu vernetzen und so die Aufbrüche, Kämpfe und Erfahrungen der Behindertenbewegung auf Dauer zu sichern.

Auf dem Podium, von links: Martina Puschke, Ottmar Miles-Paul, Volker Schönwiese, Sigrid Arnade, Marc von Miquel, © Jana  Offergeld
Förderlogo: Beauftragte der Bundesregierung für die Belange von Menschen mit Behinderungen
Förderlogo: Beauftragte der Landesregierung für die Belange von Menschen mit Behinderung in NRW
Symposium Psychiatrie und Menschenrechte, 19.1.2017

Selbstbestimmung ist ein Menschenrecht, das einschließt, über Maßnahmen, die die eigene Gesundheit betreffen, selbst zu entscheiden. Freiheitsentziehende Maßnahmen und Zwangsbehandlungen sind jedoch seit jeher Teil des Interventionskatalogs psychiatrischer Behandlungen. Mit der Ratifizierung der UN-BRK und den Entscheidungen des Bundesgerichtshofes und des Bundesverfassungsgerichtes bekommen der öffentliche und wissenschaftliche Diskurs um Zwangsbehandlungen Aufwind.

Zur Bereicherung dieses Diskurses luden das Bochumer Zentrum für Disability Studies (BODYS) und das LWL-Universitätsklinikum Bochum, Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Präventivmedizin, am 19. Januar 2017 Interessierte aus Wissenschaft und Praxis sowie Psychiatrieerfahrene zu einem interdisziplinär ausgerichteten Diskussionsforum ein. Unter der wissenschaftlichen Leitung von Prof. Dr. Theresia Degener (BODYS) und Prof. Dr. Georg Juckel (LWL Universitätsklinikum Bochum) wurden aktuelle Forschungsergebnisse bezüglich des Einsatzes von Zwang und geschlossener Unterbringung vorgestellt und notwendige Schritte zu ihrer Reduzierung diskutiert. Auch die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit dem Thema selbst wurde kritisch hinterfragt.

Einladung und Programm

Unsere Teilhabe - Eure Forschung

Die Dialogveranstaltung mit dem Titel “Unsere Teilhabe - Eure Forschung: Anstiftung zur Inklusion und Partizipation von Menschen mit Behinderung in der Teilhabeforschung“ fand am 28.04.2017 an der TU Dortmund statt.

Im Mittelpunkt der Tagung stand die Anforderung, Menschen mit Behinderung noch stärker als bisher in die Teilhabe- und Inklusionsforschung einzubinden – insbesondere auch als aktiv und selbstbestimmt Forschende, Lehrende sowie als mitgestaltende Expert*innen.

Der Hintergrund der Veranstaltung war, dass selbst in der Teilhabe- und Inklusionsforschung Menschen mit Behinderung bislang noch unzureichend eingebunden sind. Das AKTIF-Projekt baut seit zwei Jahren bundesweit inklusive Forschungszusammenhänge auf, um diesem Missstand entgegenzuwirken. Partizipation an Forschungsprozessen ist ebenfalls ein Kernelement des IKSL-Projektes des Bochumer Zentrums für Disability Studies (BODYS) bei der wissenschaftlichen Begleitung der sechs Kompetenzzentren für Selbstbestimmtes Leben in NRW.

Es referierten und diskutierten Menschen mit und ohne Behinderung des Projektes AKTIF (Akademiker*innen mit Behinderung in die Teilhabe- und Inklusionsforschung), der AG Disability Studies und des Aktionsbündnisses Teilhabeforschung, außerdem Expert*innen der Kompetenzzentren Selbstbestbestimmt Leben NRW sowie politische/institutionelle Entscheidungsträger*innen.

In der Veranstaltung stellten sich die Projekte AKTIF und IKSL vor und die Bedeutung der Disability Studies und der partizipativen Forschung wurde gemeinsam reflektiert. Darüber hinaus wurden in einer Podiumsdiskussion die erforderlichen institutionellen Rahmenbedingungen für mehr Inklusion und Partizipation in der Forschung diskutiert.

Im Rahmen der Veranstaltung wurde auch die Kampagne „Inklusive Forschung darf kein Wettbewerbsnachteil sein“ vorgestellt.

Logo: Gefördert durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales aus Mitteln des Ausgleichsfonds
Förderlogo von Europäischer Union - Europäischer Sozialfonds, des Ministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes NRW
Schulung zum Bundesteilhabegesetz (BTHG)

Am 29. Mai 2017 fand in Gelsenkirchen eine Schulung zum neuen Bundesteilhabegesetz (BTHG) statt. Veranstalter waren die Komptenzzentren Selbstbestimmt Leben NRW sowie das BODYS-Projekt Initiative Komptenzzentren Selbstbestimmt Leben NRW (IKSL). Die Schulung richtete sich in erster Linie an die Mitarbeiter*innen der KSL in NRW.

Im Vorfeld hatte es heftige Proteste gegen die Umsetzung des neuen BTHG gegeben. Insbesondere die Unvereinbarkeit mit dem menschenrechtlichen Ansatz sowie mit der UN-BRK wurden bei den Protestaktionen scharf kritisiert.  Im Rahmen der  Schulung stellte der Jurist Carl Wilhelm Rößler (Köln) wesentliche Grundzüge des BTHG  vor, die anschließend im Rahmen der Bearbeitung einzelner Bespielfälle vertieft wurden. Die Teilnehmer*innen bekamen so ein Gefühl für die Auswirkungen des BTHG auf die Teilhabesituation behinderter Menschen sowie für drohende Stolperfalle und Verschlechterungen vermittelt. Darüber hinaus wurden die Teilnehmenden ermutigt und befähigt, das Gesetz in der Öffentlichkeit oder im Rahmen der Interessenvertretung kritisch zu bewerten.

Wir danken Herrn Rößler für die Bereitstellung der Schulungsmaterialien.

Übungen

Förderlogo von Europäischer Union - Europäischer Sozialfonds, des Ministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes NRW